Das Gefühl, sich verloren zu haben

Hallo und einen wundervollen Moment für dich,

kennst du das, du fühlst dich irgendwie so leer und verloren, weißt nichts so recht mit dir anzufangen? Und wenn du zur Ruhe kommst ist es besonders schlimm? Auch, wenn du eine Menge machst und vielleicht viel unternimmst, ist da dennoch das Gefühl, nicht alles geschafft zu haben oder irgendwie nicht das Richtige?

Ich kenne dieses Gefühl und diesen Zustand nur zu gut. Deswegen möchte ich heute darüber schreiben und dich daran teilhaben lassen, denn dieser Zustand ist kein Muss und du kannst ihn leicht ablegen, wenn du willst und dahinter schaust.

Irgendwie fühlte ich mich gerade verloren und neben mir. Ich bin gestärkt hingefahren und komme geschwächt wieder. Sollte Campen mit Freunden nicht eigentlich etwas Beflügelndes mit sich bringen? Stattdessen bin ich nun wieder hier, habe Zweifel, ob das, was ich mache richtig ist und fühle mich relativ klein und schwach.

So ganz weiß ich gerade Nichts mit mir anzufangen und irgendwie ist mir meine Freude und Lebenslust ein wenig abhanden gekommen. Wo bist du hin?

Wenn ich da reinspüre, da ganz tief drin, dann ist sie schon noch da, aber etwas verdeckt und verschleiert. Sie hat keinen Raum. Ich habe keinen Raum.

Wo bin ich hin und warum fühle ich mich so verloren?

Ich habe mich irgendwo verloren. Dieses Gefühl „Verloren zu sein“ und neben sich zu stehen, kenne ich schon von früher. Es kommt mir deswegen sehr bekannt vor und erstaunlicherweise kann ich es jetzt so leicht durchschauen und ablegen. Ich hatte es schon lang nicht mehr, zumindest nicht so intensiv.

Es fühlt sich so schwer und mächtig an, wie ein dicker Panzer, der über mich gerollt ist und ich müsste mich Puzzleteil für Puzzleteil erst einmal wieder zusammensetzen. Den Dreck abkratzen und ganz langsam und vorsichtig schauen, was da eigentlich noch übrig geblieben ist.

Genau so fühlt es sich an, wenn man durch das Leben geht und sich selbst so fern ist, dass man keinen klaren Gedanken fassen kann. Ich kenne das Gefühl gut. Nach der Arbeit damals ging es mir so. Ich bin nach Hause gekommen und brauchte erst einmal ein paar Stunden, wenn nicht sogar den ganzen Abend, um mich zu sammeln. Meine Energie und Power waren weg, und ich war es auch irgendwie. Irgendwann hatte ich mich daran gewöhnt und merkte gar nicht mehr, dass es mich eigentlich ganz schön mitnimmt und fertig macht. Und auch nicht, dass es so gar nicht sein muss.

Dieser Zustand des Sich Verloren Fühlens

Dadurch, dass ich so weit weg von mir selbst bin, spüre ich auch nicht mehr wirklich, was mir gut tut und was nicht. Ich bin unentschlossen und lasse es einfach so passieren. In meinem Kopf sind die Gedanken, die man so von seiner Umgebung aufschnappt: Du musst etwas leisten und machen! Man liegt doch nicht einfach so rum und genießt das Leben und entspannt. Du bist faul. Los hopp, mach was… Was denken die Anderen sonst von dir. Im Urlaub darfst du Urlaub machen und Nichts tun, ansonsten musst du leisten und arbeiten und deine Aufgaben erfüllen…

Da gibt es so viele Gedanken, die in einer solchen Situation im Kopf kreisen. So viele Regeln und Vorschriften, an die man sich zu halten hat und die einem scheinbar helfen, ein normales und angepasstes Leben zu führen, wenn man sich selbst irgendwo verloren hat. Funktioniert. Läuft. Ich kenne das.

Das Gefühl des verloren Seins ablegen

Aber wieder zurück zu mir selbst. Zurück zu einem Leben, welches wirklich glücklich macht. Zurück in ein Leben, welches eben nicht einfach nur funktioniert und läuft und man sich monatelang auf den nächsten Urlaub freuen muss, der dann letztendlich doch wieder zu kurz ist. Ein paar Mal im Jahr auf die Kacke hauen, um das abzubauen, was sich da permanent tagtäglich im Alltag anstaut.

Sollte das so sein? Will ich das? Bin ich geboren worden, um so zu leben und zu funktionieren? Bin das wirklich ich? Wirklich? Oder sind es viel mehr die Gedanken der Umgebung, der Gesellschaft, derer, die das Gleiche tun, weil sie sich ebenfalls irgendwo verloren haben?

Für mich ergibt das Sinn. Ich kenne dieses Gefühl, mich selbst verloren zu haben und ein Leben zu führen, das mir selbst nicht entspricht. Dieser Berg an Masken, die ich mir dafür aufsetze und mit denen ich durch die Welt laufe, um in das System zu passen, um nicht anzuecken. Nicht anecken und auffallen ist da der einfachste Weg und auch der sicherste. Aber ist das mein Weg? Macht der mich wirklich glücklich?

Nope, leider nicht.

Ich merke, je mehr ich jemand bin, der ich nicht bin, um nicht anzuecken, desto mehr verliere ich mich.

In der Natur habe ich letztens einen schönen Vergleich gefunden: Eine Eichel, die vom Baum fällt, ist voller Leben und Energie. Doch fällt sie in eine Umgebung, voller Schlamm und Matsch oder auf kalten harten Beton, so wird sie nicht ihr volles Potential entfalten können und eine wundervolle Eiche hervorbringen. Sie wird dort liegen, vertrocknen oder vielleicht überfahren. Landet sie hingegen auf einem Nährboden, der ihr die nötigen Nährstoffe und die Unterstützung gibt, die sie zur Entfaltung benötigt, kann sie dort, ihr volles Potential entfalten und ein wunderschöner Baum werden.

Ich merke, dass ich mein wahres Potential nur unter bestimmten Umständen zeigen und nach Außen bringen kann und gleichzeitig spüre ich, wenn mir Umgebungen nicht besonders gut tun, weil ich so, wie ich bin, dort nicht ankomme und eher für Gegenwind sorge. Das verletzt mich und tut mir nicht gut.

Ich habe eine Maske für diese Situationen. Doch je mehr ich diese trage, desto mehr verliere ich mich selbst darin, da ich nicht zu mir stehe und mich zeige, wie ich wirklich bin.

Wer bin ich also, wenn ich mich frei entfalten darf und ich keine Angst davor haben muss, eine harte Gegenströmung zu erfahren? Und, wenn ich einfach so meine Stärke leben darf, ohne dann von Anderen dafür angegriffen zu werden, weil sie einen Machtkampf leben?

Was passiert, wenn ich meine volle Kraft nach Außen trage und zeige, wer ich bin und was ich kann?

Ist das nicht auch viel sinnvoller, wenn jeder seine Stärken lebt und teilt und nicht das, was Andere von ihm wollen, dass er es macht?

Das Gefühl, mich selbst zu verlieren oder verloren zu haben, ist nicht schön. Auf einmal spüre ich dann in mir so eine Leere. Es fällt mir schwer, die Zeit totzuschlagen. Ich habe keine Leidenschaft und kaum Lebendigkeit. Es ist eher wie ein dahin vegeterieren und darauf warten, dass mir irgendjemand irgendetwas zu tun gibt oder ich irgendetwas zu tun finde, um wenigstens irgendetwas zu machen, damit ich mich nicht ganz so verloren und nutzlos fühle. Oder ich betäube mich mit Spielen und Ablenkungen oder Drogen, um nicht dem Gefühl zu begegnen.

Immer in Aktion fällt es weniger auf, dass ich verloren bin.

Das Leuchten in den Augen der Menschen verschwindet. Die Augen sehen so leer und verloren aus. Da strahlt kein Leben und keine Lebendigkeit mehr. Keine Liebe.

Woran merke ich noch, dass ich verloren bin?

Ich fühle mich schnell und leicht gestresst, verplant und habe das Gefühl, dass ich viel mache, vielleicht auch sehr viel und immer in Bewegung bin, aber mir doch irgendwie die Zeit fehlt. Obwohl ich etwas mache, fühle ich mich danach immer noch so, als hätte ich eine Menge nicht geschafft. Die wirkliche Erfüllung bleibt aus.

Vielleicht kommt auch Vieles zusammen und der Schlaf wird weniger. Ich kenne das auch, dass ich viele Aufgaben erfülle, zum Teil auch für Andere. Das unterstützt dann das vor mir weglaufen bzw. neben mir leben und mich verloren fühlen.

Der Ursache gehe ich damit sehr gut aus dem Weg.

Stress ist etwas, was entsteht, wenn du Dinge tust, die dir nicht entsprechen: Entweder du zwingst ihnen ein Tempo auf, was gegen deine innere Natur geht oder du erledigst Aufgaben, die eigentlich gar nicht für dich bestimmt sind. Immer dann reagiert dein Körper mit Stress, weil er dich darauf aufmerksam machen will, dass du gerade fern von dir bist, von deiner wahren Natur.

Wir wissen, dass Stress schädlich ist und auf Dauer zu schweren Krankheiten führen kann. Was für ein Wunder… denn wenn der Stress als Anzeichen deines Körpers nicht ausreicht, dich darauf aufmerksam zu machen, dass du gerade nicht dein Ding lebst, dann braucht es etwas Härteres und taadaaaaaa da kommt eine Krankheit.

Dies ist dann ein stärkeres Anzeichen deines Körpers, dich zur Ruhe zu bringen, damit du realisieren kannst, dass du in deinem Leben gerade gegen dich spielst.

Faszinierender Zusammenhang, oder? Und eigendlich ganz simpel.

Warum also nicht endlich anfangen, auf die Anzeichen zu hören, die dir sagen, dass du da gerade ein Leben lebst, welches gar nicht deins ist?

Und wie kann ich das Gefühl des „sich verloren fühlens“ nun ablegen?

Mir hilft es zu aller erst, über diese Zusammenhänge Bescheid zu wissen, damit ich nicht einfach irgendein Symptom quasi behandle und versuche ein Verhalten abzulegen, ohne die Hintergründe zu wissen. Das ist dann auf Dauer lang anhaltender, da es eine solide Basis hat und nicht einfach aus dem Nichts kommt.

Wenn ich mich also verloren fühle, dann ist das nichts Schlimmes.

Es ist ein unschönes Gefühl, sehr unangenehm, aber eigentlich ist es nur ein Zeichen, dass ich da ein paar Masken lebe und mich in Umgebungen befinde, in denen ich nicht mein volles Potential ausleben kann.

Dieses Gefühl macht mich darauf aufmerksam, dass ich fern von mir selbst bin, von dem, was mich wirklich wirklich glücklich macht. Ich habe mich auf dem Weg verloren. Ich habe mich in den Umständen verloren und bin nicht mehr bei mir selbst, bei dem, was ich liebe und wirklich will.

Ich funktioniere nur noch, darauf weist mich das Gefühl hin. Mein eigenes Leben, meine Träume, Ziele und wahren Bedürfnisse haben in meinem jetzigen Leben gerade keinen Raum.

An dieser Stelle kann es auch helfen, die vier Schritte der Entwicklung einmal durchzugehen oder sie mir in Erinnerung zu rufen.

Indem ich es annehme, dass es mir gerade so geht und verstehe, was dahinter steckt, fällt schonmal eine große Last ab, da ich nicht mehr einfach nur „verloren bin“. Ich habe es auf einmal wieder in der Hand und merke, dass ich einfach gerade in eine für mich falsche Richtung laufe.

Jetzt kann ich genauer hinschauen und über mögliche Veränderungen nachdenken und mich fragen, was ich wirklich will.

Ich fange an zu träumen, einzusammeln, wer ich wirklich bin und sein will und auch, was ich schon geschafft habe.

Auf einmal fühle ich wieder eine Verbindung. Eine Verbindung zu mir und meinem Inneren.

Ich fühle mich da, wo ich bin genau richtig und realisiere, dass das hier auch wieder nur ein kleiner Test war, der prüft, ob ich noch bei mir bin und was ich in meinem Leben wirklich will.

Und dieses Gefühl gibt mir Kraft und Vertrauen, nämlich ein tiefes Vertrauen, dass ich nach Innen hören kann und es in der Hand habe, was für ein Leben ich führe und ich es bin, die mich glücklich macht.

Kennst du dieses Gefühl, dich verloren zu haben und neben dir zu stehen? Wie gehst du damit um?
Ich freue mich, von dir zu hören.

In Liebe,

 

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3 Gedanken zu „Das Gefühl, sich verloren zu haben

  1. Liebe Nadin,

    ich kann dich so gut verstehen.

    Es ist so schwierig anders zu sein bzw. NICHT mit dem Strom zu schwimmen. Weil 95% den einfachen Weg wählen, heißt das nicht zwangsläufig, dass ich diesen auch wählen werde. Schlimm, dass man damit leben muss, negativen Kommentare ausgeliefert zu sein und/oder kein Verständnis dafür zu bekommen, dass ich ich bin.

    Es kostet viel Kraft und Ausdauer sich in einer unaufhörlichen Erklärungsposition zu befinden. Aber warum muss ich das eigentlich? Wieso fällt es Leuten so schwer mich so zu nehmen wie ich bin. Wieso kriege ich von der breiten Masse kein High-Five dafür, dass ich anders bin – aber dennoch ich bin. Sogar wenn diese einzelnen Personen meine Vertrauten sind bzw. Freunde. Sollten einem nicht genau diese unterstützen und einem Mut zusprechen?

    Aber ich denke, das ist unsere Stärke und deren Schwäche. Und wenn manche Menschen es nicht akzeptieren können bzw. es nicht lassen können kontinuierlich Kommentare zu reißen, dann muss man sich eben distanzieren von genau diesen – ob für einen kurzen Zeitraum oder einen längeren.

    Ich bin ich und ich bin stolz darauf auch mal NEIN zu sagen zu dem, was mir nicht gut tut und JA zu meinem wirklichen Ich. Zu dem, was mich glücklich macht und mir innere Ruhe gibt.

    Mach weiter so und lass dir nicht dein „ICH“ wegnehmen oder schlecht reden. Wem du etwas bedeutest, der wird dich ermutigen dich gut zu fühlen und zu dir zu stehen.

    Drück dich. LG 🙂

    1. Hallo du Liebe,
      dankeschön für deine wundervollen Worte! 🙂
      Ja, ganz genau so ist es, dieser Satz bringt es genau auf den Punkt:
      „Ich bin ich und ich bin stolz darauf auch mal NEIN zu sagen zu dem, was mir nicht gut tut und JA zu meinem wirklichen Ich. Zu dem, was mich glücklich macht und mir innere Ruhe gibt.“ Danke dafür, innerer Frieden ist das Wichtigste, da es immer unser Leben ist und wir mit uns die meiste Zeit im Leben verbringen!
      Ja, die Wahren werden bleiben und der Rest wird sich distanzieren, wenn ich ICH bin!
      Ich drück dich ganz lieb <3

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