Was hinter dem Gefühl der Hilflosigkeit und Schwäche steckt und was es mir über mich verraten hat

Hallo und einen wundervollen Moment für dich,

Meine letzte Woche war sehr intensiv. Von dem Gefühl der Ohnmacht, Hilflosigkeit und Schwäche bis hin zum Gefühl des vollen Im-Flow-Seins und das Leben einfach nur liebend war alles dabei. In letzter Zeit spüre ich alles noch viel intensiver und ich nehme mir auch mehr Zeit dafür, genau hinzuspüren, was dort gerade von mir gehört werden möchte.

Viele kleine Anteile melden sich, die einfach eine lange Zeit eher schlummern sollten und nicht so nett und angenehm sind. Aber ich habe mich dafür entschieden, mich mehr und mehr kennenzulernen und meinen Herzensweg zu gehen. Und dafür ist es notwendig, auch diese drückenden und wirklich unangenehmen Anteile in mir lieb zu haben.

Das wollte in der letzten Woche getan werden und ich sage dir, es war spannend.

Hilflosigkeit, Ohnmacht, Gefühl, Nadin Weisze, Tiefgang, Magersucht

Angefangen hat es eigentlich schon am letzten Wochenende. Ich verspürte so einen inneren Impuls, raus in die Natur an den See zu fahren. Deswegen nahm ich mir die Zeit, fuhr raus und ging 4 Stunden spazieren. Das war richtig gut, doch begleitet wurde ich von diesem unterschwelligen bedrückenden Gefühl, das mich klein, schwach und unbeweglich fühlen ließ. Ich dachte mir aber, dass das durch das Draußen in der Natur sein weggeht und sich erholt. Doch dem war nicht ganz so, ein wenig erfrischter und bewegter fuhr ich allerdings trotzdem nach Hause. Danke Natur!

Am nächsten Tag war es also immernoch da. Meine eigentliche Strategie, mich meinen Gefühlen hinzugeben und sie in die Natur fließen zu lassen, hatte also nicht so ganz funktioniert. Es war dieses Mal irgendwie etwas Anderes, viel intensiver und tiefer. Da ein Teil von mir dem Ganzen nicht noch mehr Raum geben wollte, blieb es also erst einmal bei dem ein wenig bewegteren Gefühl, aber immernoch drückend und belastend, so unterschwellig jedenfalls.

Ich würde mir also irgendwann noch einmal Zeit dafür nehmen, um genauer hinzuschauen, so war mein Denken. Aber naja, das funktionierte einen halben Tag lang. Dann bemerkte ich, dass das echt ne Menge Energie kostet, wenn ich Energie darauf verschwende, etwas, was eigentlich gerade sein will, wegzudrücken, indem ich versuche, meinen Fokus auf etwas zu lenken, das jetzt dran ist, wozu sich mein Kopf entscheidet.

Ich habe mich also nochmal entschieden, dort genauer hinzuschauen und den Rest erst einmal liegen zu lassen. Da fällt mir auf, wie dankbar ich dafür bin, dass ich das mittlerweile so kann und mir meine Bedürfnisse und Impulse und somit Ich, mir in diesem Moment wichtiger sind, als die Dinge, die ja angeblich genau jetzt anstehen.

Sonst habe ich immer eher dazu geneigt, nicht hinzuschauen, das wegzuschieben und mich mit anderen Dingen abzulenken. Dabei ist es doch so viel wertvoller, hinzuschauen, wo es drückt, um dann befreiter und gestärkt daraus hervorzugehen. Aber es ist halt schon irgendwie auch beängstigend, deswegen kann ich meine Ausweichreaktion auch gut verstehen. Doch unterm Strich und auf lange Sicht spüre ich, dass mich der Ausweichweg nicht glücklich machen wird. Ich möchte nicht mehr gegen mich arbeiten und meine Impulse ernst nehmen, anstatt sie wegzudrücken. Sie kommen eh immer wieder und meist noch stärker.

Und genau das war der jetzige Impuls: Genau hinschauen, was ich in diesem Moment eigentlich denke und wie ich mich eigentlich verhalte.

So habe ich erkannt, dass ich da einen Anteil in mir habe, der dazu neigt, meine inneren Impulse wegzudrücken, gar nicht wahrzunehmen. Sie dürfen nicht sein. „Ich darf nicht sein“ sagen sie mir damit immer wieder. Nur bestimmte Dinge von mir dürfen gezeigt werden. Nur unter bestimmten Umständen, werde ich angenommen und akzeptiert. Und die Dinge, die unangenehm sind, die vollkommen lebendig sind, die bewegend sind, die interessiert oder wahr sind, eher weniger.

Kein Wunder, dass sich bei diesen Verhaltensweisen und inneren Anteilen, in mir, unterschwellig ein Gefühl der Ohnmächtigkeit, Hilflosigkeit und Schwäche bereit macht.

Das habe ich erkannt.

Warum bin ich so? Warum habe ich diese inneren Anteile, die mich nicht sein lassen, wie ich bin und mich in einer gewissen Weise einschränken?

Diese Verhaltensweisen sind ein Teil von mir. Ich könnte sie ablehnen und sie nicht wahr haben wollen, aber damit lehne ich in Wirklichkeit ja nur mich selbst ab. Für eine gewisse Zeit mag das gehen, das weiß ich, aber ich habe mich dafür entschieden, mir immer näher zu kommen, ja, die beste Version von mir selbst zu werden. Und ich habe schon mehrmals erfahren, dass es der einfachste und schönste Weg ist, alles an mir mehr und mehr anzunehmen und zu lieben.

Denn das Leben kann manchmal schon echt tricky sein, warum sollte ich dann auch noch mein grÖßter Feind sein?

Das half mir auch damals aus der Magersucht heraus. Sie war auch ein Teil von mir; ein sehr kranker und extremer, verworrener und hartnäckiger, aber unterm Strich eigentlich auch nur etwas, was nicht ohne Grund da war und es eigentlich nur gut mit mir meinte.

Ich habe also gelernt, dass diese Verhaltensweisen, es gut mit mir meinen und, dass sie nicht einfach so da sind. Alles, was ich in meinem Kopf über mich glaube und wie ich mich verhalte, habe ich mir selbst erschaffen, sei es unbewusst aus der Not heraus oder bewusst liebevoll, voller Achtsamkeit.

Da ich das weiß und schon oft erfahren habe, bin ich dankbar für alle meine Gefühle und Erfahrungen, die mich auf gewisse Weise immer wieder auf etwas aufmerksam machen wollen, Nämlich: Das Leben hält noch mehr für mich bereit.

Also nochmal zurück zu meinem Gefühl der Ohnmacht, Hilflosigkeit und Schwäche und den damit verbundenen Verhaltensweisen, die mich unterdrücken, klein halten und nicht wahrnehmen und eben dieses Gefühl auslösen.

Dieser Verhaltensweisen sind Gedanken. Ich bin falsch, wie ich bin. Ich bin anders. Ich bin nicht gut genug. Diese habe ich gelernt und oft genug gehört. Immer, wenn ich ich war und dafür klein gemacht wurde oder wenn ich etwas wollte und kein Raum oder Zeit dafür war. Immer, wenn ich geschrieen habe und nicht das bekam, was ich eigentlich gerade brauchte. Oder, wenn ich meine Wahrheit sagte und diese für jemand Anderen falsch war. Worte oder Taten, die nicht wertgeschätzt, sondern eher lächerlich gemacht wurden. Gedanken und Ideen, die unwichtig und schwachsinnig sind.

Dadurch lernte ich schnell, dass ich nicht gut genug bin, dass das, was von mir kommt, nicht wertvoll ist. Dass das, was ich herausbringe, anders ist und, dass anders nicht gut ist.

Mein Verstand hat sich also eine Alternative gesucht. Alles, was da so von mir kommt, was diese Reaktion auslöst, wird dann eben mal unterdrückt, nicht ausgelebt oder abgewertet. Ich hielt mich also selbst klein, weil es mir damit damals besser ging.

Auch, wenn ich gelernt habe, mich selbst zu unterdrücken, bin ich aber immernoch dieses wundervolle Ding, was diese ganzen Impulse hat.

Ich bin diese Impulse, dieses Lebendige, dieses Andere, dieses Individuelle, dieses Unberührte, dieses Strahlende, dieses Liebevolle. Und du bist es auch! Da ganz tief drinnen.

Wenn das aber nicht sein darf, dann fühlt es sich ohnmächtig, hilflos und schwach, klein und unbeweglich. Hallo Gefühl.

Nachdem mir das bewusst wurde und ich diese Anteile liebevoll annahm, fühlte ich genau hin. Ich fühlte den Schmerz, der aufkommt, wenn ich meine Impulse unterdrücke, wenn ich nicht ich sein kann, wenn ich gefühlt Nichts zu sagen habe, wenn alles, was ich sage, scheinbar falsch ist, wenn es nur belächelt wird, was ich mache, wenn ich nur für schwachsinnig gehalten werde und das etwas Schlimmes ist, wenn ich nicht gehört werde und ich nicht bekomme, was ich eigentlich möchte und brauche. Dieser Schmerz, wenn ich nicht mein Leben lebe. Und dieser Schmerz, dass ich nicht sein durfte, wie ich bin. Ich fühlte ihn. Er ist da, er tut weh, er ist ein Teil von mir.

Und ich bin dankbar, dass er da ist. Er zeigt mir, was ich nicht möchte und was ich nicht bin. Er gibt mir Kraft.

Ich kann Niemanden dafür verantwortlich machen oder ihm die Schuld geben, dass ich diesen Schmerz fühle, dass er da ist, dass ich diese Momente erlebt habe und, dass diese Verhaltensweisen Teil von mir sind.

Ich bin es, die meine Gedanken denkt und ich bin es heute, die diese Dinge passieren lässt und ich war es auch schon damals. Ich bin es, die entscheidet, was ich über mich glauben und denken will. Ich bin es, die widerspricht und ich bin es, die mir das Gefühl geben kann, dass ich wundervoll bin, wie ich bin. Und auch diejenige, die meine Impulse spürt, wahrnehmen und umsetzen kann. Ich bin es, die mein Leben in der Hand hat. Und ich bin es, die entscheidet, welche Gedanken, die mein Verstand mir da erzählt, wirklich wahr sind.

Ich bin es auch, die loslassen kann und die weitergehen kann. Und auch diejenige, die verzeihen kann, mir verzeihen, Anderen verzeihen, dem Leben verzeihen. Ich kann entscheiden, was und wer ich morgen sein will und wie ich über alles, was mir passiert ist, denken will.

Ich nehme alle Anteile an mir wahr und liebevoll an. Schmerz ist immer auch ein Geschenk und ein Hinweis darauf, dass da noch etwas schlummert und mich klein hält.

Ich bin es, die mir zuhört und handelt. Niemand Anderes da draußen kann mein Leben leben und meine Wünsche und Träume erfüllen. Niemand Anderes muss meine Impulse spüren und hören, wer ich wirklich bin. Ich habe es in der Hand und ich darf sein, schon immer!

Ich bin diejenige, die meine Einzigartigkeit spüren und leben kann.

Und: dafür bin ich selbst verantwortlich. Ich brauche Niemanden, der mein Leben lebt, damit ich es auch machen kann und Niemanden, der mir die Erlaubnis gibt, zu sein.

Ein Teil von mir suchte unbewusst lange danach, dass die “imaginären perfekten” Eltern kommen und mich retten, unterstützen und leben. Lange Zeit dachte ich auch, dass ich Jemanden brauche, der gewisse Dinge, für mich tut, mich liebt, mir Kraft gibt und für meine Gefühle verantwortlich ist, mich tröstet und nährt.

Doch ich fand heraus, dass ich in Wirklichkeit etwas Anderes wirklich brauchte, nämlich: meine Aufmerksamkeit, meine Achtsamkeit für mich, meine Liebe, und meine Fürsorge.

Ich fing an, mir das zu geben, was ich brauche. Ich nahm mich in den Arm. Wenn ich nicht einmal für mich da bin, wieso sollten es dann Andere tun?

Das von Anderen zu hören und zu bekommen finde ich auch wundervoll. Es fühlt sich gut an. Doch viel wertvoller und intensiver ist es für mich, sie mir selbst zu geben. Die Aufmerksamkeit und Liebe, die ich mir so lange verwehrt habe, weil ich es so gelernt hatte.

Ich kann zwar auch im Außen danach suchen und Andere dafür verantwortlich machen, dass sie sind, wie sie sind und mir nicht geben, was ich brauche. Doch indem ich bei mir selbst beginne und mich glücklich mache, kann ich umso freier und glücklicher leben. So kann ich auch viel mehr Geben. Ich erfülle mich selbst und mache mich nicht länger abhängig. So kann ich mich von Erwartungen und Abhängigkeiten lösen.

Hier fängt bedingungslose Liebe an.Und bedingungsloses Geben.

Wir sind es, die in erster Linie für uns sorgen. Alles Andere können wir liebevoll und dankend als Unterstützung annehmen. Um Hilfe kann ich bitten, aber ich erwarte sie nicht.

Wir dürfen uns aus unseren Abhängigkeiten befreien, Altes Heilen lassen und uns selbst erfüllen.

Wenn wir anfangen, nach Innen zu schauen, um herauszufinden, wer wir wirklich sind und was wir wirklich brauchen und bereit sind, mit uns liebevolle zu leben, kann die Liebe frei fließen.

Und dann kommen die Dinge von allein, weil ich offen und bereit dafür bin.

Wie Innen so Außen.

Ich bin immer wieder beeindruckt, was hinter so einem Gefühl, was sich eher bedrückend anfühlt, für eine Kraft steckt und welche wundervolle Möglichkeit, es mit sich bringt.

In Liebe,

 

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10 Gedanken zu „Was hinter dem Gefühl der Hilflosigkeit und Schwäche steckt und was es mir über mich verraten hat

  1. Liebe Nadin,

    ich bin stolz auf Dich, dass du versuchst, nicht mehr alles Negative in dir zu verbarrikadieren, sondern es auch einmal rauszulassen und zu sagen, wenn etwas nicht richtig ist bzw. es nicht gut für Dich ist. Das ist das A und O des glücklich werdens. Mach weiter so.

    Dein Gegenüber muss von dir die Chance bekommen dein Unwohlsein zu erhören, zu verstehen und entsprechend zu handeln.

    Sei mutig und steh zu dir selbst und zu den Sachen, die dich „ohnmächtig“ werden lassen. Du bist eine starke Frau und auch du verdienst es jeden Tag mit einem Lächeln zu starten und zu Bett zu gehen ;D

    Drück dich doll!

    Liebe Grüße,
    Deine Unbekannte Vertraute

  2. liebe nadine, vielen dank, dass du deine gedanken preisgibst! es ist schön zu lesen und freut mich immer wieder wenn menschen anfangen ihren eigenen weg zu gehen und die eigenverantwortung erkennen. mach weiter so! ich denke auch, dass der grundstein für ein glückliches und erfülltes leben die beziehung zu sich selbst ist. wie kann ich von jemandem verständniss erwarten, wenn ich selber nicht weiß was mein herz will und möchte wer dann? alles was man im außen findet ist eben außen und vergänglich, was nicht heißt, dass es das zu vermeiden gilt sondern eher als ein besonderes extra geschenk zu sehen.
    vielen dank und alles gute weiterhin! 🙂

    1. Dankeschön für deine lieben Worte!
      „alles was man im außen findet ist eben außen und vergänglich“ schön gesagt und ja, so ist es. Es sind besondere Geschenke, die die Beziehung zu uns selbst ergänzen und noch wundervoller machen.

      Ich danke dir!
      Alles Liebe für dich, Nadin

  3. liebe nadin:) ich habe zwar eben auch schon einen beitrag kommentiert. aber es ist sooo fantastisch, so berührend wie du schreibst. von ganz tief innen. du schreibst so weise. so wunderbar, so warm. und ich kann so viel aus dem text mitnehmen. so viel liebe, so viel wärme. die gewissheit, dass ich mir in zukunft noch mehr zeit für mich nehme. einfach hinhöre. einfach hinschaue. und das braucht zeit, die werde ich mir aber nehmen. ganz gewiss. danke für die worte. danke dass du bist. danke.

    alles liebe lisa

    1. Liebe Lisa,

      oh deine Worte berühren mich ebenfalls sehr! Vielen, vielen Dank für deine Gedanken, die du mit mir teilst.
      Wow, da habe ich Gänsehaut. Danke!

      Ja, wenn nicht jetzt und wenn nicht du, für wen dann? Ich glaube, wenn wir in unserer eigenen Kraft und Stärke sind, dann sind wir so ein Geschenk für die Welt und unser Umfeld und dafür lohnt es sich, einfach hinzuschauen, sich die Zeit zu nehmen und zu lieben! 🙂

      Alles Liebe, Nadin

  4. Liebe Nadin!!
    Du schreibst so toll dass ich Gänsehaut beim lesen bekommen habe. Ich nehme vieles für mich mit und ich bin sooooo froh deine Seite gefunden zu haben.
    Liebe Grüße
    Annkat

    1. Hallo liebe Annkat,
      awww, wie schöön! Ich freue mich gerade sehr über deine Worte. 😀
      Es berührt mich, dass du in meinen Worten etwas für dich findest. Von Herzen Danke, dass du hier her gefunden hast. 🙂 Herzlich Willkommen!!

      Alles Liebe für dich, Nadin <3

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