Das Verhalten, in dem ich mich klein mache, mich verstecke und nicht ich sein darf.

Hallo und einen wundervollen Moment für dich,

Ich ärgere mich manchmal darüber, dass ich nicht sofort so sein kann, wie ich mir das gern wünsche. Es wäre doch super einfach und schön, wenn ich mir einen Gedanken mache und tadaaaa da ist er, er ist Wirklichkeit. Auf einmal bin ich Ich und alle meine alten Laster und Muster, mit denen ich mir selbst im Weg stehe, sind auf einmal nicht mehr da. Und da liegt auch schon der Widerspruch in sich. Bin das dann gar nicht mehr ich? Wenn ich das so schreibe, merke ich, dass ich diese Muster und Seiten an mir, die ich als Laster empfinde, eher gar nicht haben möchte und eher sofort lieber umprogrammiert haben würde. Einfach weg damit und tadaaaa: Fertig.

Doch so leicht und schnell geht es nicht und ich weiß aus einigen früheren Erfahrungen, dass das auch nicht so der geile Weg und Ansatz ist

Also mal halblang lieber Mr. Kopf:

Wie kann ich mit einer Verhaltensweise umgehen, die ich gern verändern möchte?

Im ersten Augenblick kommt mir in den Sinn: NEEEEIN lass dich, du brauchst dich doch gar nicht verändern! Im zweiten Moment merke ich, dass es vielleicht an der Formulierung liegt und ich es anders ausdrücken kann. Und zwar meine so:

Es gibt Gedanken und Verhaltensweisen in mir, von denen ich weiß, dass es Verhalten sind, die ich früher einmal gelernt habe, die mir aber heute gar nicht mehr dienen. Wenn ich sie also einfach so dasein lasse und unbewusst ablaufen lasse, dann führt das meist dazu, dass ich mich unwohl fühle und es mir damit innerlich absolut nicht gut geht.

Bei mir ist es gerade das Verhalten, in dem ich mich klein mache, in dem ich mich zurück nehme und in dem ich nicht zu mir stehe und sage oder zeige, was ich denke, fühle und wirklich bin.

Ich kenne dieses Verhaltensmuster bereits von mir und ich weiß, wo es herkommt. Die Zusammenhänge sind mir bewusst und ich kann es erkennen, wenn es hin und wieder auftritt. Je nachdem, wie aufmerksam ich dann im Moment bin, kann ich mal mehr oder weniger gut damit umgehen und handeln, also so, dass ich mich gut fühle und es mir gut geht.

Ich kenne also mein mir nicht mehr dienliches Muster, in dem ich mich klein mache und nicht zu mir stehe.

Woher es kommt?

Es kommt aus einer Zeit, in der ich nicht wusste, dass ich selbst Jemand bin. In dieser Zeit habe ich mich nicht gefühlt. Für mich gab es mich nicht, sondern immer nur das Außen und die Anderen.

In einer Zeit, in der ich quasi nicht war und sein durfte, wie ich bin, brauche ich etwas, wie ich trotzdem überleben kann. Und tadaaaa mein Mr. Kopf hat mir etwas erschaffen, wie ich das alles regeln kann. Er fing an, mir ein Verhalten zu schaffen, in dem ich mich selbst klein mache, mich verstecke, nicht zu mir stehe, denn dann hat es mein Umfeld auch leichter, mit mir klar zu kommen. Wenn ich mich also anpasse und entspreche, lieb und nett bin, dann ist es für alle angenehmer.

Jep, und dieses Verhalten ist es, welches mir heute im Weg steht:

Mit welchem ich mir heute im Weg stehe.

Früher war das gut und passend, heute eher hinderlich.

Ich möchte mir das Verhalten noch ein wenig genauer anschauen.

Ich wusste also nicht, dass ich bin. War also klein und gefühlt nicht da.

Wie sich das anfühlt?

Nicht gut. Es tut weh, innerlich. Aber gleichzeitig gab es einem Teil von mir Sicherheit. Denn, wenn ich nicht mehr bin und mich verstecke und den Anderen anpasse, dann ist das, was ich bin, was in mir ist, geschützt. Das ist dann zwar noch da, aber es kann nicht verletzte werden. Also hat das auch etwas Gutes, irgendwie.

Bis zu einem gewissen Punkt. Bis zu dem Punkt, an dem es darum geht, frei zu sein und zu leben. Mich zu leben und zu lieben. Mich zu lieben.

Wenn ich mich nämlich anpasse und Anderen entspreche, mich also klein mache und verstecke, dann lebe ich getrennt. Abgetrennt von meiner Umgebung. Denn ich baue eine Mauer zwischen mir und meinem Umfeld auf. Ich bin nicht da. Ich bin nicht ich und ich werde nie die Erfahrung machen, die meine eigenen sind.

Meine eigenen Erfahrungen in dem Sinne von: Ich bin, wie ich bin und schaue, wie mein Umfeld darauf reagiert.

Wenn ich bin, wie ich bin, strahle ich etwas aus. Genauso wie ich etwas ausstrahle, wenn ich nicht bin, wie ich bin und mich verstecke.

Egal was ich ausstrahle. Mein Umfeld reagiert auf das.

Wenn ich nicht bin und mich ausstrahle, wie ich wirklich bin, bin ich in einem alten Verhalten gefangen und auf dieses alte Verhalten, wird meine Umwelt reagieren.

Es ist ein Wechselspiel. Ich ziehe das an, was ich aussende.
Meine Umwelt reagiert auf mich.

Fluch und Segen zugleich!

Doch ich sehe darin mehr Segen als Fluch, denn:

  1. Ich kann mein Verhalten aufdecken, annehmen und verändern, sodass mir nicht einfach irgendwelche „doofen Situationen“ begegnen und passieren und ich denke, ohhhh, warum ist das nur so. Es hat immer auch etwas mit dem zu tun, was ich ausstrahle. Und da habe ich Einfluss drauf.
  2. Wenn das, was ich bin und ausstrahle, zurück zu mir kommt, dann kann ich mir ein Leben voller Liebe und wundervoller Dinge erschaffen.

Die Veränderung beginnt bei dir selbst!

Es funktioniert! Ich mache gerade die Erfahrung, wie sich mein Leben immer mehr verändert, je mehr ich ich bin und dem folge, was MIR gut tut und mir MEIN Leben gestalte.

Dabei kommen immer wieder Momente und Punkte, an denen ich weiter wachsen kann und an denen etwas Neues gehört und gesehen werden will. Alte Verhalten tun sich auf, alte Verletzungen, innere Anteile, die nicht sein durften, die klein gemacht wurden, die eine lange Zeit keinen Raum bekamen.

Schwieirige Situationen sind Geschenke, an denen ich wachsen kann. Hinter ihnen versteckt sich meist etwas, was gesehen werden möchte und was bei genauerer Betrachtung ein Geschenk für mich bereithält.

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Das Ding ist. Es ist ein Prozess.

Das durfte ich in den letzten Tagen wieder lernen und mich neu daran erinnern.

Ein Verhalten, welches ich mehr als 20 Jahre gelernt habe und mir zum Überleben geholfen hat, ist so ausgeklügelt und eingespielt, dass es nicht innerhalb kürzester Zeit und nach ein, zwei, dreimal anschauen umgelernt und sofort abrufbar und bereit ist. Eigentlich ganz klar und verständlich, nur manchmal ist meinem Mr. Kopf das nicht so klar und dann kommt der Moment, in dem ich mich erinnere und zu mir zurück komme.

Und dann auf einmal ist wieder alles klar.

Je bewusster und näher ich mir in einer Situation bin, desto leichter fällt es mir, meine alten Muster und Verhalten abzulegen und mich zu zeigen, wie ich bin: Mit ihnen.

Hier bin ich. So bin ich.

Was mir dabei hilft, das alte Muster des Sich-klein-Machens loszulassen und mich zu zeigen?

  • Mich lieb zu haben! So, wie ich bin! Mit allen Ecken und Kanten.
  • Zu wissen und anzunehmen, dass dieses Verhalten da ist. Dankbar zu sein, dass es mich lange Zeit begleitet und beschützt hat.
  • Mich mit ihm zu verbinden:Hallo liebes Verhalten, danke, dass du da bist und mich so lange begleitet und unterstützt hast. Danke, dass du mich in Situationen, in denen ich dich brauchte, beschützt hast. Danke, dass du bist und ich deswegen heute hier stehe, wo ich stehe. Dankeschön, dass wir bis hier her gemeinsam gegangen sind. Ich liebe dich! Heute bin ich allerdings an einem Punkt, an dem ich merke, dass ich einen neuen Weg einschlagen möchte. Einen, in dem ich frei bin, mich zeige und offen für das bin, was kommt. Ich bin bereit, mich voll und ganz einzulassen. Ich zu sein. Mehr und mehr und mehr.
    Deswegen möchte ich von nun an einen anderen Weg einschlagen. Ich lasse dich liebevoll gehen. Ich gehe in Dankbarkeit und Liebe und wünsche dir alles Gute!

    Und dann lasse ich los!
  • Zu sehen, dass es ein Prozess ist, in den ich mehr und mehr eintauche.
  • Affirmationen, wie: Ich darf sein! Ich bin bereit! Ich zeige mich! Es geht um mich! Was willst du wirklich?  Es ist mein Leben! Ich liebe und akzeptiere mich so, wie ich bin!
  • Üben! Üben! Üben! Bewusste Erfahrungen machen, in denen ich mich mehr und mehr zeige und übe, meinen Weg zu gehen und mich zu zeigen.

Ich möchte noch einen Schritt tiefer gehen und auf die Grundessenz dahinter eingehen, der für mich Dreh und Angelpunkt:

Die Selbstliebe.

Sich selbst zu verstecken und Anderen anzupassen, hat auch etwas mit dem zu tun, was ich davon habe. Wenn ich Anderen gefalle und ihnen entspreche, dann bekomme ich ihre Liebe und Anerkennung. Das brauchte ich damals. Es war überlebenswichtig. Liebe und Aufmerksamkeit, Anerkennung und Wertschätzung sind glaube ich die Dinge, nach denen wir uns Menschen am Meisten sehnen.

Früher dachte ich, dass ich diese Liebe und Anerkennung nur im Außen bekommen kann. Da ich nicht wusste, dass ich bin und mich selbst nicht spürte, fühlte ich mich auch nicht zu mir selbst verbunden. Mein komplettes Leben spielte sich also irgendwie im Außen ab und gefühlt auch nicht für mich selbst. Ohne die Liebe und Anerkennung von meinem Umfeld war ich also aufgeschmissen, ein sich sehnendes, seeleverhungerndes Ding. Also passte ich mich an. Um wenigstens einen Bruchteil dessen zu bekommen, was möglich ist.

Heute weiß ich, dass ich alles in mir trage und, dass ich nicht länger abhängig von dem bin, was Andere über mich denken oder sagen. Ich spüre MICH. Ich nehme MICH wahr und ich kann die Verbindung zu mir selbst spüren. Ich bin. Ich lebe und ich liebe.

Wenn ich das tue und die Verbindung spüre und wahrnehme, mich fallen lasse und bin, dann ist es nicht mehr nötig, mich anzupassen. Dann brauche ich Niemandem mehr zu gefallen. Ich darf einfach nur sein. Ich sein! Leben und Lieben.

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Ich liebe mich selbst. Ich erkenne mich selbst. Ich schätze mich für das, was ich bin.
Wie Heidi so schön sagt: Jeden Tag ein Stückchen mehr und mehr und mehr.

Die Lösung liegt in mir.

Die Lösung liegt in dir!
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So gehe ich meinen Weg. Es gibt Tage an denen ich mich tief mit mir verbunden fühle, an denen ich bin. Es gibt Situationen, in denen ich strahle, frei und lebendig bin, in denen ich bewusst zu mir stehe, mich zeige und liebe. Aber genauso gibt es auch die Tage und Momente, in denen ich mich klein mache, in denen ich mich verstecke, in denen ich denke noch nicht sein zu dürfen. Die Stunden, in denen ich unbewusst in einem alten Verhalten verharre und mich anpasse, in denen ich mir noch nicht den Raum nehme, der mir zusteht.

Alles darf sein und alles gehört dazu. Das Schöne ist, je mehr Schritte ich in meine in meine Herzensrichtung mache, desto schöner und erfüllender ist es. Es kommen Momente und Dinge in mein Leben, mit denen ich nie gerechnet habe und das bestärkt mich, immer weiter zu gehen und mehr und mehr zu wachsen.

Und: Ich bin nicht allein auf dem Weg. Es gibt immer Menschen, die von ganz allein in mein Leben kommen, die ähnliches verbindet und bewegt. Lehrer wie Schüler.

Selbstliebe Magersucht Nadin Weisze

Es ist ein Prozess. Es ist ein Weg und ich gehe ihn! Ich liebe ihn! Wundervolles Leben!

Ich lasse dich daran teilhaben und freue mich, wenn du dich in dem ein oder anderen Wort wiederfindest.

Lass mir gern deine Gedanken dazu da! Ich freue mich, von dir zu lesen!

In Liebe,

 

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5 Gedanken zu „Das Verhalten, in dem ich mich klein mache, mich verstecke und nicht ich sein darf.

  1. Das passt gerade sooo gut… könnte schon wochenlang den angelhaken nicht finden…
    Es ist soeben eine riiiiesen kindheitsblase von der ich wusste aber die wohl noch nicht begriffen hatte geplatzt… daaaanke dass mich dieser Text finden durfte…
    Ich freu mich sooo !!!

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